Im Zentrum der Erzählung stehen Mini und Miki. Sie putzen, lachen und geben sich immer wieder einen kleinen Kuss. Ein Alltag, in dem alles machbar erscheint. Kaum ist diese Ausgangssituation etabliert, kippt die Handlung zum ersten Mal. Der Kauf einer Küchenplatte entwickelt sich zur kafkaesken Erfahrung. "Man braucht einen Termin, um einen Termin zu machen", heißt es. Warteschleifenmusik, Auswahlmenüs, unfreundliches Personal. Was zunächst wie eine comichafte Szene wirkt, steigert sich zunehmend ins Absurde. Der wahre Horror zeigt sich, als der Monteur trotz fehlender Küchenplatte vor der Tür erscheint. Er klopft. Hört nicht auf. Schließlich bricht er durch die Wand ein und beginnt seine Montage. Das System läuft weiter, unabhängig von jeglichem Realitätsbezug.
Obwohl sich in jeder Ecke des Bühnenbilds Verweise auf das bekannte Mickey-Maus-Logo finden lassen, geht es hier nicht um die bekannten Disney-Figuren. Vielmehr geht es um die zugrundeliegende Ästhetik, die auf Horror trifft. Mini und Miki fungieren hier als Projektionsfläche für das Publikum. Die Szenen wechseln schnell, Rollen ebenso. Alle sind mal Mini und Miki, man erkennt sie an ihren Mauseohren. Das Ensemble, bestehend aus Anton Andreew, Laura Fouquet, Luise Hart und Niklas Hummel, treibt den Abend mit Energie und Spielfreude voran. Der ständige Rollenwechsel verstärkt den Eindruck, dass die Geschichte von Mini und Miki nur eine von vielen ist. Die Lebensrealitäten unterscheiden sich nur oberflächlich, das System bleibt dasselbe. Dabei erweist sich das Bühnenbild als erstaunlich variabel. Trotz der Schlichtheit einer offenen Wohnhausfläche, lassen sich mit wenigen Verschiebungen verschiedene Räume andeuten: Supermarkt, Arztpraxis, Urlaubsort. Gerade diese Flexibilität unterstreicht den episodischen Charakter des Stücks.