Dargestellt wird Eddy von Johannes Hegemann. Dieser, nur fünf Jahre jünger als der "echte" Eddy, macht die Bühne und das schlichte Bühnenbild zu seinem eigenen. Er spielt mit den Ebenen. Mal tanzt er auf den Zehenspitzen, mal sitzt neben den orangefarbenen Sitzsäcken, mal liegt er ausgestreckt auf dem Boden. Die Sitzsäcke werden dabei zum Repräsentant des Vaters, die er im Lauf des Stückes zusammenfügt, schlägt und am Ende weit von sich weg ans andere Ende der Bühne schiebt. Zu bedenken bleibt hier nur, dass sich sein Spiel zwar in den ersten Reihen wunderbar und nah dran am Geschehen entfaltet – die hinteren Plätze bekommen weit weniger von Hegemanns Bodenarbeit mit.
Besonders auffällig ist die Licht- und Tongestaltung: Zu Beginn vermittelt ein orangefarbenes Licht Wärme und Geborgenheit, was aber den Worten von Eddy widerspricht, der vom Rassismus, Sexismus und von der Homophobie seines Vaters berichtet. Im Laufe des Stücks wechselt Eddy wiederholt sein Outfit, und auch das Licht erscheint je nach Lebenslage erst rosa, dann blau, bis es schließlich dunkel wird um Eddy. Erst am Ende, als er mit seiner Geschichte wieder in der Gegenwart beim Vater angekommen ist, wird die Bühne ins warme Licht des Anfangs getaucht. Merkwürdig, fühlt er sich dort doch so gar nicht angenommen. Seine innere Zerrissenheit wird eher durch die Tanzeinlagen deutlich. Während der tiefe Bass durch den Zuschauerraum dringt und die Sitze zum Beben bringt, wirft sich Johannes Hegemann auf der Bühne in wilder Ekstase hin und her.