Das Foto zeigt das Münchner Volkstheater von außen

Ein neues Stück

frei nach Wilhelm Jacoby und Carl Laufs' Schwank "Pension Schöller"
von Nele Stuhler und Jan Koslowski

Neysen ist ausgebrannt. Er braucht dringend Geld für ein Retreat. Das ist ihm aber peinlich, weswegen er seinen Onkel nach einem Kredit für ein Eiscafé fragt. Der hat Geld übrig, knüpft es aber an den Wunsch, selbst ein Retreat zu sehen, weil er in eins für gestresste Städter auf dem Land investieren will. Therapieplätze sind nämlich Mangelware, hat er gehört. Außerdem droht ihm auf dem Land der Boreout. Deswegen steht er bei seinem Neffen auf der Matte und will Großstadt erleben, vielleicht selbst ein bisschen gestresst sein. Aber woher soll Neysen ein Retreat nehmen, ohne dass der Onkel merkt, dass seine Neffe selbst dort hingehört? Im Co-Working-Space, in dem Neysen sich mit seinem Freund zum Brainstormen trifft, finden sie sich mitten in einem Haufen Ausgebrannter wieder. Die Marottendichte ist hoch. So hoch, dass ihnen die geniale Idee kommt, dem Onkel das Ganze als Selbsthilfegruppe zu verkaufen. Und schon ist es geboren: ein unsichtbares Theater für nur einen Zuschauer, der sich zunächst köstlich amüsiert, dann aber zunehmend panisch reagiert.

Nele Stuhler und Jan Koslowski hangeln sich in ihrer Stückentwicklung frei am Gerüst von Jacoby und Laufs' Schwank "Pension Schöller" entlang und nehmen mit auf ein aberwitziges Diskurskarussell im Schleudergang einer Gesellschaft, die sich die Frage stellen muss, wer eigentlich gesund und wer krank ist.

Premiere am
Premiere So 11 Jun 2023
19:30 Uhr Bühne 1