Welchen Stellenwert hat "Radikal jung" mittlerweile im deutschsprachigen Raum?
Isabelle: Das Festival ist ein Gradmesser dafür, wer in den nächsten zwei bis drei Jahren an die großen Häuser kommen wird.
Bernd: Die Namen, die an den großen Häusern gehandelt werden, sind alle bei Radikal jung gewesen. Wir haben sie nicht übersehen. Mir war es immer wichtig, Menschen einzuladen, die völlig verrückt sind. Die auf nichts Rücksicht nehmen und so daneben sind, dass man sie haben muss. Diese Rücksichtslosigkeit gehört zum Künstlerdasein dazu. Das Festival ist ein Ort, an den diese verrückten Menschen geholt werden.
Welche Inszenierungen sind das dieses Jahr?
Bernd: "Heidi" von Lena Reißner ist so ein Fall. Dass jemand diese Vorlage nimmt und daraus eine Geschichte über Ausgrenzung, Fremdheit und Sehnsucht nach Gemeinschaft macht und das Ganze auch noch mit sehr einfachen Mitteln und einer ganz schrägen Musik inszeniert, ist schon beeindruckend.
Isabelle: Was mich sehr fasziniert hat, war "Der Zauberer von Öz - Eine Fußballtragödie" über das Leben von Mesut Özil. Das ist ein völlig wilder Ritt durch verschiedene Ästhetiken.