Wie wurde das Format am Anfang aufgenommen?
Leonie: Wir hatten schon immer ein paar Mäuschen dabei. In Berlin waren es teilweise fast schon zu viele Leute, sodass wir schauen mussten, wie voll es in dem Raum wird.
Silke: Erst waren es Freund*innen oder Bekannte von uns, später dann auch Leute, die das irgendwo gesehen haben. Uns ist wichtig, dass es ein Format bleibt, bei dem jede*r mitmachen kann, der Lust hat, etwas zu sagen. Meistens bereiten wir immer ein paar Sachen vor, auch um die Gruppe ein bisschen aufzulockern. Aber es ist nicht so, dass wir ein straffes Programm durchziehen.
Braucht es diese Art von Treffen in unserer Gesellschaft?
Silke: Lange wurde Gossip etwas verurteilt und als typisch weiblich abgewertet. Aus einer wissenschaftlichen Perspektive gibt es mittlerweile aber Forschungsergebnisse, die sagen, dass diese Zwischentöne, das Tratschen, für Gesellschaften essentiell sind. Gleichzeitig glaube ich, dass unser Stammtisch als "dritter Ort" eher unser Hauptding ist. Man sieht aktuell, dass viele Menschen nach Gemeinschaft und neuen Kontakten suchen. Deshalb haben wir zumindest den Wunsch an uns, dass wir ein offener Raum für Leute sind, die einfach Lust darauf haben und vielleicht auch andere kennenlernen wollen, die ähnliche Interessen haben.
Leonie: Es ist wichtig, dass etabliert wird, dass der Schnack über Outfits oder die sexuelle Orientierung von Stars auch eine Relevanz hat und ernst genommen wird. Ich finde es wichtig, zu betonen, dass es relevant ist und sich dort viele gesellschaftliche Probleme abbilden. Ein vollkommen flaches Gespräch kann auch viel wert sein und Spaß machen