Das Buch ist in verschiedenen kurzen Geschichten oder Episoden geschrieben. Was hat in der Adaption für einen Erzählrhythmus für dich hergestellt?
Das Buch ist fast eher eine Kurzgeschichtensammlung als ein Roman. Die Figuren bleiben, agieren aber in voneinander unabhängigen Geschichten. Ich fand das reizvoll, aber auch herausfordernd: Das episodische Prinzip versteht man schnell, es droht, vorhersehbar zu werden. Deswegen haben wir ein schnelles Erzähltempo gewählt, um die Zuschauenden bei der Stange zu halten. Ähnlich wie beim Comic: Da liest man auch schnell und bleibt nicht lange bei einem einzelnen Bild.
Magst du Horror als Genre?
Es ist eine Hassliebe. Privat schaue ich nicht viele Horrorfilme, es nimmt mich sehr mit. Aber ich finde die Mittel interessant, sie sind eigentlich simpel und haben trotzdem eine krasse Wirkung. Ich glaube, Horror ist im Theater, im Gegensatz zum Film, schwer zu zeigen. Man hat weniger Effekte zur Verfügung, die Trennung von Zuschauer*innen und Bühne ist sehr klar. Also habe ich mich gefragt, wie das funktionieren kann.
In der Verbindung mit Comic ist es ja ohnehin eine sehr spezifische Art von Horror in deinem Stück.
Ja, es ist kein typischer Grusel-Horror geworden. Es gibt einen tollen Essay von Stephen King, in dem er schreibt, dass die Königsdisziplin des Horrors das Erkennen des Selbst im Erzählten ist. Das hat uns interessiert. Wenn man sich selbst in überzeichneten Alltagssituationen wiederfindet, die kippen – und sich denkt: Das könnte mir auch so passieren.