Im Stück werden viele Ausdrucksformen genutzt – Sprache, Musik, Video. Wie ist das entstanden?
Akın hat früh vorgeschlagen, im Text eine formale Entsprechung zu Özils Spiel zu finden – überraschend, mit plötzlichen Wendungen. Daraus entstanden diese sprunghaften Wechsel zwischen Prosa, Monologen, Gedichten. Auf der Bühne gehen wir mit diesen Wechseln mit und arbeiten mit Überhöhungen, verschiedenen Medien, Collage. Der Abend ist dadurch offener, freier, chaotischer als meine bisherigen Arbeiten – aber genau das hat sich hier richtig angefühlt.
Das Collagenhafte zeigt sich auch in den eingebauten Referenzen. War das herausfordernd?
Das war für mich ungewohnt, hat aber großen Spaß gemacht: die Referenzen – Harry Potter, Lego, Originalvideos von Özil – lassen eine verbindende, popkulturelle Ebene entstehen. Gleichzeitig arbeitet Akıns Text stark mit Verweigerung: Erwartungen werden aufgebaut und sofort gebrochen, wodurch man immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Ein zentraler Satz im Stück ist: "Das Bild verrät stets mehr über den Betrachter als über sich selbst." Das gilt doppelt – für die Bilder, die Özils Karriere geprägt haben, aber auch für uns als Publikum. Es geht im Stück weniger um die Biografie Özils, als um unseren Blick darauf.
Gab es Dinge, die dich bei der Recherche über Özil überrascht haben?
Ja, vor allem, wie spannend Fußball-Taktik sein kann. Ich interessiere mich eigentlich nicht für Fußball, aber Akın ist da sehr tief eingestiegen. Irgendwann hat mich das auch gepackt, ich habe viel zu viele Videos dazu angeschaut. Ich bin jetzt kein Fußballfan geworden, aber ich verstehe den Reiz besser.