Der Begriff "Philophobie" bezieht sich auf die Angst vor der Liebe. Was bedeutet das für dich?
Philophobie tritt auf vielen Ebenen auf. Als schwuler Mann ist natürlich eine Form der Philophobie die Homophobie. Das ist die Angst anderer Menschen vor meiner Liebe. Ich glaube, etwas, das wir derzeit sehr stark erleben, ist Heteropessimismus, die Angst vor heterosexuellen Beziehungen. Und es gibt eine junge Generation, die bereit ist, länger mit dem Trinken und dem ersten Sex zu warten, um ihre "Unschuld" in einer hoffnungslosen Welt zu bewahren. Aber wo sind in all dem die chaotischen Räume? In denen die Grenze zwischen dir und mir fragil und durchdringbar ist? Wo ist der Schmutz? Wo sind die Körperflüssigkeiten? Was passiert mit dem Wert dieser Räume? Das sind die Fragen, die ich mir stelle.
Welche Rolle spielen soziale Medien in unserer philophobischen Welt?
Wir alle wissen, dass das ein Problem ist. Ich muss dem Publikum nicht sagen: "Legt eure Handys weg." Das wissen sie bereits. Stattdessen arbeiten wir in der Show sehr aktiv mit sozialen Medien und stellen die Frage: Was wäre, wenn wir sie für etwas anderes nutzen könnten? Was wäre, wenn es kulturell ganz normal wäre, dass man jedes Mal, wenn man im Bus sitzt, auf dem Handy scrollt und ein richtig lustiges Reel sieht, es unbedingt jemand anderem zeigen muss? Und genau das tun wir in der gesamten Show immer wieder: Wir nutzen das, was wir haben, aber auf eine andere Art und Weise, und versuchen, Berührungspunkte zu schaffen.