Es ist ein wenig schade, dass jede*r bloß ein Drittel des Stückes erlebt. Als das Publikum zum gemeinsamen Abschluss in der Schreinerei zusammenkommt, wo es nach gebratenem Knoblauch duftet, erfährt man nur durch Erzählungen der anderen Gruppen von den anderen beiden Performances. Von individuellen Blicken in die Zukunft und Kartenlegen dabei ist die Rede, und von einem Live-Kochen, das zu einem Großteil aus Chilis besteht.
Die Geschichten von "Hello" basieren auf den realen Erlebnissen von geflüchteten Nordkoreaner*innen, die das Produktionsteam in Recherche und Interviews zusammengetragen hat. Dadurch entsteht ein Stück, mehr Show-Workshop als klassischer Theaterbesuch, das gleichzeitig informiert und den in Medien oftmals unterrepräsentierten Nordkoreaner*innen ein Gesicht verleiht. Am Ende plädieren die Interviewten in Ton- und Videoaufnahmen für ein vereinigtes Korea und Freundschaft statt Waffen.
Am Ende des Stückes verweilt manch eine*r bei heißem Gerstentee und Salzbrezeln noch im Gespräch mit anderen, den drei Schauspielerinnen und der Regisseurin. In Kleingruppen entsteht ein gelungener Austausch über Erlebtes sowie die Geschichten und Realitäten von Nordkoreaner*innen. Das Publikum verlässt das Stück mit neuem Wissen und Eindrücken zu Bewohner*innen eines Landes, über deren Lebensrealität die Welt fast nichts weiß.