Welche Rolle spielt Humor in deiner Inszenierung?
Eine große. Das liegt auch am Ensemble, vor allem an Luise von Stein, die die alte Dame spielt. Mit ihr habe ich schon in meiner Diplominszenierung gearbeitet, und wir haben so eine Art Slapstick-Humor für uns entdeckt – auch als Form, um mit ernsteren Themen umzugehen. Es ist die Rachegeschichte einer zutiefst gekränkten und gedemütigten Frau, die sich patriarchale Mechanismen aneignet, um sich an den Männern zu rächen, die sie verraten haben.
Du hast auch beim Bühnenbild mitgearbeitet?
Genau. Ich arbeite eng mit Kaja Busch zusammen, die auch das Kostüm gestaltet hat. Wenn es zeitlich passt, machen wir jede Produktion gemeinsam und entwickeln auch das künstlerische Konzept zusammen. So ist auch das Bühnenbild entstanden – obwohl wir beide vorher noch nie eines gemacht hatten.
Welches Konzept habt ihr verfolgt?
Hinter der Vagantenbühne in Berlin-Charlottenburg liegt das alte Hotel Savoy, das seit Jahren leer steht und etwas verfallen ist. Das fanden wir eine passende Übersetzung für die Handlung. Wir haben die Geschichte angepasst, so dass Alfred der Hotelbesitzer ist statt Ladenbesitzer. Diese Fassade – das Hotel – haben wir nachgebaut. Außerdem gibt es viele Live-Kamera-Szenen, die im ganzen Theater stattfinden.