Deutlich zu merken ist dabei die sonstige Arbeit der Autorin und Performerin, die unter dem Pseudonym Toxische Pommes auf Instagram und TikTok kurze Sketche postet. In 15-Sekunden-Videos macht sie auf ihren Profilen kleine Scherze über linke Männer, österreichische Filme und vieles mehr. Doch ihre Online-Präsenz überträgt sich nicht vom Handy-Bildschirm auf die Theaterbühne.
Vieles wirkt wahllos. Sie springt von Thema zu Thema wie ein TikTok-Nutzer von Video zu Video. Die Inhalte sind dabei so wenig überraschend wie das Ende einer durchschnittlichen Netflix-Romcom. Ja, Jonas und sie führen keine wirkliche Beziehung. Ja, er ist wirklich arm. Ja, sie darf glücklich sein, trotz geerbter Wohnung. Am überraschendsten ist, dass Jonas nicht DJ, sondern Rapper ist. Jedes Stichwort, das die Millennials im Internet beschäftigt, wird eingeworfen: Excel, Großraumbüro, Kunstuni, Raves, Nudeln mit Pesto. Es ist eine Aneinanderreihung von Floskeln. Es entsteht keine Reibung. Es mögen junge Themen sein, aber was "Wunschlos unglücklich" definitiv nicht ist: radikal.