Auf Instagram meintest du, die Form ist die Oper – magst du das nochmals erläutern?
Wenn man sich nur auf die Geschichte konzentriert, verpasst man so einiges. Weil ich mich vor allem mit der Form der Oper befasst habe. Dass ich jetzt keine klassische Oper inszeniert habe – well, I know – aber ich habe alle Bausteine benutzt, um eine Oper zu sein, nur eben weg von dem eurozentrischen Blickregime. Im Austausch mit Studierenden wurde das dann deutlich. In einigen anonymen schriftlichen Reflexionen wurde beschrieben, dass sich anfängliche Bewertungen von "Hochkultur" im Verlauf des Stücks verschoben haben. Genau diese Irritation und das Hinterfragen eigener Perspektiven waren mir wichtig.
Worauf konntest du inszenatorisch nicht verzichten?
Auf den griechischen Chor, den ich mit dem Choir of Uncivilized Voices besetzt habe. Weil es ein wichtiger Opernbaustein ist, aber auch, um eine kollektive Geschichte zu erzählen. Die musste von vielen Stimmen getragen werden
Ich habe gelesen, dass "Hope" kein positiv konnotiertes Wort für dich ist. Warum?
Als ich angefangen habe, "Opera of Hope" zu machen, stand der Begriff Opera für Drama. Und Hoffnung hat extrem viel Drama. Ich glaube, dass Hoffnung irgendwo auch toxisch ist. Vor allem für Migra-Personen. Hoffnung ist unser Motor, der uns antreibt, weiterzumachen. Obwohl man eigentlich weiß, es wird nicht besser, und man am Ende nicht wirklich etwas verändern kann. Oder wenn, dann vielleicht nur in seinem kleinen Raum. Also wir brauchen die Hoffnung, aber irgendwie ist sie für uns auch schlecht. Ich glaube, das lässt sich auf viele Bereiche übertragen.