Im Stück erwähnst du einmal den Begriff "Traumrefugium", gehst aber nicht weiter darauf ein. Was ist für dich dieses "Traumrefugium"?
Das Traumrefugium ist eigentlich ein Artefakt von früheren Versionen des Stückes, von dem ich mich nicht trennen konnte. Für mich bedeutet es, sich eine Art Kindlichkeit zurückzuholen. Nicht alle Leitplanken unserer Gesellschaft zu akzeptieren, sondern Dinge auch mal in Frage zu stellen und groß von einer anderen Welt zu träumen. Das ist etwas, was das Theater im besten Fall ermöglichen kann.
Obwohl sich Krieg und Leid ständig wiederholen, spricht Yasmin von Hoffnung auf eine Zukunft und ein besseres Leben für ihre Kinder. Siehst du das auch so?
Unbedingt. Ich glaube, dass Hoffnung die Voraussetzung für erfolgreiche gesellschaftliche Kämpfe ist und mehr Hoffnung uns allen gut tun würde. Diese Lähmung und Resignation, die viele von uns aktuell spüren, sind wahnsinnig destruktive Zustände. Statt von Katastrophe zu Katastrophe zu denken, wünsche ich mir, dass wir uns häufiger fragen: Wie möchten wir eigentlich, dass die Welt aussieht? Und dann dafür kämpfen. Wir befinden uns in einem Zustand, in dem wir wissen, dass es so wie aktuell nicht weitergehen kann. Wenn wir also die Möglichkeit haben, dass die Welt anders wird, lass uns doch versuchen, sie zu einer besseren zu machen! Ich glaube, dass Hoffnung, Freude, Optimismus und Leichtigkeit alles Grundpfeiler sind, wenn wir die kommenden Aufgaben bestehen wollen.