Du bist musikalisch in vielen Bereichen unterwegs. Du arbeitest als DJ, hast Jazz studiert und machst viel für die Bayerische Staatsoper. Was fasziniert Dich besonders an der Arbeit am Theater?
Das Schöne am Theater ist, dass die Musik immer im Kontext stattfindet und es immer Themen und Narrative gibt, mit denen man sich auf der eigenen künstlerischen Ebene auseinandersetzen muss. Dass ich mir überlege, was kann ich mit der Musik anstellen. Dass man zum Denken angespornt wird und man mit der Musik ein Vehikel schaffen kann, mit dem man auf einer ganz anderen Ebene agiert. Und das hält mich am Theater. Es ist dabei sehr hilfreich, wenn man vielseitig ist, weil ja jede Produktion anders ist. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich überall Fuß gefasst hab.
Kommt Dir dabei auch deine Ausbildung und das Improvisieren im Jazz zugute?
Total! Den Intellekt ausschalten und einfach nur frei assoziativ arbeiten. Dass dieser Zustand so routiniert auf Knopfdruck kommen kann, ist natürlich die Arbeit von vielen Jahren. Dass man ihn mit Leichtigkeit erreicht. Auch unter Zeitdruck. Dass man aus der Ruhe heraus agiert. Das ist die improvisierte Musik. Da geht es darum, dass man einen ganzen Haufen an Entscheidungen trifft und dass einem das nicht viel abverlangt, sondern Spaß macht.
Sozusagen in jeder Sekunde entscheiden, was in der nächsten passiert?
Jede nächste Sekunde ist schon eine zu spät. In Echtzeit einfach so durchfließen. Das ist etwas sehr Schönes.