Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 geboren und starb am 17. Oktober 1973 in Rom. In ihrer Heimatstadt Klagenfurt besuchte sie die Schule und erhielt 1944 ihr Matura. Ab 1945 studierte sie Philosophie, Germanistik und Psychologie in Innsbruck, Graz und Wien. 1950 promovierte sie in Wien mit einer Arbeit über die Rezeption der Philosophie Heideggers.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten wurde sie Redakteurin beim Sender Rot-Weiß-Rot. 1952 hielt sie eine erste Lesung auf einer Tagung der "Gruppe 47". Von 1953 bis 1957 arbeitete sie als freie Schriftstellerin in Italien, in den Jahren 1957 und 1958 war sie als Dramaturgin beim Bayrischen Fernsehen tätig, bis 1962 lebte sie abwechselnd in Rom und Zürich. Im Wintersemester 1959/60 war sie die erste Gastdozentin für Poetik an der Universität Frankfurt/Main. 1963 bis 1965 lebte sie in Berlin, unternahm Reisen nach Prag, nach Ägypten und in den Sudan. Ab 1965 hatte sie ihren ständigen Wohnsitz in Rom. Neben dem Roman "Malina" und einer Fülle zu Lebzeiten unveröffentlichter und fragmentarischer Texte gehört auch Bachmanns zweiter Erzählband "Simultan" (1972) zu einem der Werke, die nicht mehr zum Abschluss gelangen konnten, da die Autorin am 17. Oktober 1973 in einem römischen Krankenhaus den Folgen eines Brandunfalls erlag.

Ingeborg Bachmann gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. 1953 erhielt Bachmann den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband "Die gestundete Zeit". Seit 1977 wird jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehe, der zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum zählt.